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Interview mit Lutz Gathmann- Designer und Brillenmacher seit 1981

 

 

1. Wie und wann sind Sie zur Brillenmacherei gekommen, wie haben Sie sich Ihr know how angeeignet- was oder wer hat Ihnen dabei geholfen?

Ich war Stahlgraveurmeister und hatte gerade meine Ausbildung zum staatlich geprüften Techniker für Gestaltung beendet, meine erste Stelle als Techniker, war bei NiGuRa in Düsseldorf. Sozusagen zur Lehre wurde ich in den Modellbau der Brillenfabrik Nitsche geschickt, dort arbeiteten zwei Brillenmachermeister. Brillenmacher war bis zur Mitte des vorigen Jahrhunderts ein eigener Lehrberuf, speziell in der optischen Industrie. 

2. Wie viele Fassungen haben Sie inzwischen gefertigt und für wen ?

In den Jahren von 1974 bis 2004 habe ich ca. 1000 Prototypen gebaut, nicht für einzelne Personen sondern als Vorbereitung für die industrielle Produktion. Korrektionsbrillen, Sonnenbrillen, Skibrillen und Arbeitsschutzbrillen, für NiGuRa, Uvex, Brendel, R+H, Tauscheck, Bree, AO, Auer, Fondermann, B&S, RENÉ LEZARD, Bexx und für Lutz Gathmann Design, also meine eigene Kollektion.
  
3. Was hat sich in der Zeit verändert (zum Guten, zum Schlechten?)

Die industriell gefertigten Brillen sind weniger individuell als früher, eine firmentypische Designsprache ist nicht mehr oder weniger gegeben. Damit meine ich eine gesamte bestimmte Designrichtung die ein Unternehmen vertritt und die sich auch in den Produkten widerspiegelt. Natürlich gibt es heute technische firmentypische Details oder Gesamtlösungen aber dann kreist alles um diese eine spezielle Technik, eine bestimmte Designrichtung oder ein Segment wird damit nicht abgedeckt. Einzelne Produkte werden nebeneinander gestellt aber es wird nicht mehr in Kollektionen gedacht. Die Produkte und Lieferanten sind so austauschbarer geworden.
    
4. Wie ist Ihre Herangehensweise , wenn Sie eine Brille fertigen, welchen Einfluß hat der Auftraggeber auf das Design?

Mein Ziel ist es Brillen für Brillenträger zu machen, eine Brille die rundherum funktioniert von hoher Qualität. Auch das problemlose Handling durch den Augenoptiker gehört für mich dazu. Der Auftraggeber gibt im Briefing die Richtung vor, die dort aufgeführten Vorgaben habe ich zu erfüllen. Auf das Design selbst hat er keinen Einfluss, er kann mir nur folgen oder es eben sein lassen. 

5.Entwerfen Sie die Fassungen auf dem Papier und dann am PC?

Ich mache mir eine kleine Skizze in der ich mir über die Details klar werde, die Ausarbeitung des Entwurfes bis zur fertigen Darstellung erfolgt dann am PC. 

6. Wie sieht Ihr Maschinenpark aus ? Welches sind Ihre Hauptwerkzeuge beim Bau einer Brille?

Mein Maschinenpark ist überschaubar, Kreissäge, Ständerbohrmaschine,  Bandschleifmaschine, Poliermaschine, Lötgerät und momentan aber nicht aktiv eine kleine Galvanik. Meine Hauptwerkzeuge beim Brillenbau sind Bügelsäge, Feile, Dreikantschaber, Schmirgel, Zocke, Lötgerät, Zange und Ventilette.     

7.Tragen Sie eine selbstgefertigte Brille ?
Ich trage natürlich eine selbst entworfene Brille aber momentan keine selbst gefertigte.

 weiter Infos : http://gathmann-design.de/

www.brillenmachergilde.de  | info@manufakturbrille.de